Für Freiberufler · Stand 2026

Private Krankenversicherung für Freiberufler

Ob Architektin, Ingenieur, Ärztin, Berater oder Entwickler: Als Freiberufler entscheidest du selbst, wie du versichert bist, ganz ohne Einkommensgrenze. Genau deshalb lohnt der ehrliche Vergleich.

Von Goran Ovčar, Versicherungsfachmann (BWV) · zuletzt geprüft: Juli 2026

Kurz beantwortet: Freiberufler sind versicherungsfrei, du kannst jederzeit und ohne Einkommensgrenze in die PKV. Einzige große Ausnahme: Künstler und Publizisten, die über die Künstlersozialkasse (KSK) pflichtversichert sind.

Freie Wahl statt Pflichtgrenze

Anders als Angestellte musst du keine Versicherungspflichtgrenze überspringen. Als Freiberufler bist du kraft Gesetzes versicherungsfrei und wählst selbst: freiwillig in der GKV bleiben oder in die PKV wechseln. Das gilt vom ersten Tag deiner Freiberuflichkeit an, unabhängig davon, ob du 30.000 € oder 130.000 € Gewinn machst. Diese Freiheit ist ein Privileg, aber auch eine Verantwortung: Niemand nimmt dir die Entscheidung ab, und sie sollte auf Zahlen beruhen, nicht auf Bauchgefühl.

Die Ausnahme: Künstler und Publizisten (KSK)

Bist du als Künstler oder Publizist über die Künstlersozialkasse versichert, gilt für dich Versicherungspflicht in der GKV, die KSK übernimmt dabei quasi den „Arbeitgeberanteil". Ein Wechsel in die PKV ist hier nur unter engen Voraussetzungen möglich. Wenn du KSK-Mitglied bist oder es werden könntest, gehört das zwingend in die Beratung, bevor irgendetwas unterschrieben wird.

Warum die GKV für Freiberufler oft teuer ist

Als freiwillig GKV-Versicherter zahlst du Beiträge auf dein gesamtes Einkommen, bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 €/Jahr (2026). Dazu kommt der Zusatzbeitrag (Ø 2,9 %, 2026) und der Pflegebeitrag, einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht. So landen gut verdienende Freiberufler schnell beim GKV-Höchstbeitrag von rund 1.226 €/Monat inkl. Pflege (2026). Zum Vergleich: Der durchschnittliche PKV-Beitrag liegt 2026 laut PKV-Verband voraussichtlich bei rund 617 €/Monat, bei häufig besseren Leistungen. Dein individueller Beitrag hängt natürlich von Alter, Gesundheit und Tarif ab, aber die Richtung ist klar: Je besser du verdienst, desto eher rechnet sich die PKV.

Krankentagegeld: der Pflichtbaustein

Wenn du krank bist, zahlt dir niemand Lohnfortzahlung. Ein Krankentagegeld ist für Freiberufler deshalb kein optionales Extra, sondern gehört fest in jedes Konzept, dimensioniert an deinem Gewinn plus laufenden Fixkosten, mit einer Karenzzeit, die zu deinen Rücklagen passt.

Ehrlich gesagt: Was du einplanen musst

  • Schwankendes Einkommen, der PKV-Beitrag läuft auch in schwachen Monaten weiter. Plane einen Puffer von mehreren Monatsbeiträgen ein, bevor du wechselst.
  • Familie, in der PKV ist jedes Familienmitglied eigenständig versichert; eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht.
  • Rückkehr in die GKV, für Selbstständige generell schwierig und ab 55 nahezu ausgeschlossen (§ 6 Abs. 3a SGB V). Entscheide langfristig.
Profi-Tipp

Vergleiche nicht Beitrag gegen Beitrag, sondern Gesamtpaket gegen Gesamtpaket: PKV-Beitrag inkl. Krankentagegeld und geplanter Selbstbeteiligung gegen deinen realen GKV-Beitrag als freiwillig Versicherter. Erst diese Rechnung zeigt, ob sich der Wechsel für dich wirklich lohnt.

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