Die PKV-Entscheidung trifft man nicht allein, sie betrifft Partner und Kinder mit. Hier liest du ehrlich, was die PKV für Ehepaare kann, was nicht, und wie ihr richtig rechnet.
Von Goran Ovčar, Versicherungsfachmann (BWV) · zuletzt geprüft: Juli 2026
Das ist der größte strukturelle Unterschied zur GKV, und wir sagen ihn dir als Erstes, nicht im Kleingedruckten. In der gesetzlichen Kasse sind Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder beitragsfrei mitversichert. In der PKV zahlt jede Person ihren eigenen Beitrag. Dafür bekommt auch jede Person ihren eigenen, vollen Leistungsanspruch. Kinderbeiträge sind dabei deutlich günstiger als Erwachsenenbeiträge, weil keine Alterungsrückstellungen im gleichen Umfang aufgebaut werden müssen. Aber: Kostenlos ist in der PKV niemand versichert.
Wechselst du in die PKV, kann dein Partner nicht bei dir „mitversichert" werden, die PKV kennt das Konstrukt nicht. Ist dein Partner selbst gesetzlich versichert (pflichtversichert oder freiwillig), ändert sich für ihn zunächst nichts. Interessant wird es umgekehrt: Ein Partner ohne nennenswertes eigenes Einkommen kann in der GKV des anderen nur familienversichert bleiben, solange sein regelmäßiges Gesamteinkommen 565 €/Monat (Stand 2026) nicht übersteigt. Bist du aber privat versichert, gibt es diese Option bei dir gar nicht, dein Partner braucht dann eine eigene Absicherung: entweder freiwillig in der GKV (mit eigenem Beitrag, auch ohne Erwerbseinkommen) oder ebenfalls privat.
Viele Paare planen so: „Einer geht in die PKV, die Kinder laufen kostenlos beim GKV-Partner mit." Das funktioniert nicht immer. Nach § 10 SGB V ist die beitragsfreie Familienversicherung fürs Kind ausgeschlossen, wenn der PKV-versicherte Elternteil über der JAEG (2026: 77.400 €/Jahr) verdient und zugleich mehr als der GKV-versicherte Elternteil. Genau diese Konstellation ist bei PKV-Wechslern der Normalfall, wer in die PKV darf, liegt ja über der JAEG. Das Kind braucht dann einen eigenen Vertrag: freiwillig gesetzlich mit eigenem Beitrag oder privat. Für die Familienrechnung ist das ein echter Posten, kein Detail.
Beide verdienen gut (beide über der JAEG): Die stärkste PKV-Konstellation. Jeder hat seinen eigenen Vertrag, jeder Angestellte bekommt seinen eigenen Arbeitgeber-Zuschuss von bis zu 613,22 €/Monat (2026, KV + Pflege). In der GKV würdet ihr dagegen beide Richtung Höchstbeitrag von rund 1.226 €/Monat inkl. Pflege (2026) laufen, da schneidet die PKV beim Preis-Leistungs-Verhältnis oft klar besser ab.
Alleinverdiener mit Partner ohne Einkommen (und Kindern): Hier kippt die Rechnung häufig. In der GKV wären Partner und Kinder beitragsfrei mitversichert; in der PKV zahlst du zwei, drei oder vier Beiträge aus einem Einkommen, und der Arbeitgeber-Zuschuss deckt nur einen Teil davon. Zur Orientierung: Der durchschnittliche PKV-Beitrag liegt 2026 laut PKV-Verband voraussichtlich bei rund 617 €/Monat. Es gibt Fälle, in denen die PKV trotzdem passt (etwa bei hohem Leistungsanspruch oder absehbar zweitem Einkommen), aber das muss man nüchtern durchrechnen, nicht schönreden.
Vergleicht niemals nur deinen Einzelbeitrag mit deinem GKV-Beitrag. Entscheidend ist die Familien-Gesamtrechnung: alle Beiträge beider Systeme für alle Familienmitglieder, abzüglich Arbeitgeber-Zuschüsse, über mehrere Lebensphasen. Erst diese Zahl sagt euch, was die PKV für euch als Familie wirklich kostet, oder spart.
Rechnet eure Gesamtsituation durch, oder lasst es euch von mir kostenlos rechnen.
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